Begriffe und Abkürzungen einfach erklärt
Bei der Einrichtung und Messung von SAT-, Kabel- und terrestrischen Empfangsanlagen begegnen einem zahlreiche Fachbegriffe und Abkürzungen wie BER, MER, C/N, FEC, DiSEqC oder Unicable. In unserem Messgeräte-Glossar erklären wir die wichtigsten Begriffe aus der digitalen Empfangs- und Messtechnik kurz und verständlich. Über die Suchfunktion können Sie gezielt nach einer Abkürzung oder Bezeichnung suchen und erhalten direkt die passende Erklärung. Das Glossar umfasst Begriffe rund um DVB-S/S2/S2X, DVB-C, DVB-T/T2, LNB-Technik, Signalbewertung, Transponder, Spektrumanalyse und Einkabelsysteme.
| Bezeichnung / Abkürzung | Kurze Erklärung |
|---|---|
| 13 / 18 V | Versorgungsspannung des LNB. 13 V wird in der Regel für vertikale, 18 V für horizontale Polarisation verwendet. |
| 22 kHz | Steuersignal zur Umschaltung zwischen Lowband und Highband eines Universal-LNBs. |
| 75 Ω | Typischer Wellenwiderstand von Koaxialkabeln und Anschlüssen in TV-, Kabel- und Satellitenanlagen. |
| ACM Adaptive Coding and Modulation |
Verfahren, bei dem Modulation und Fehlerkorrektur automatisch an die aktuellen Übertragungsbedingungen angepasst werden. |
| AGC Automatic Gain Control |
Automatische Verstärkungsregelung des Empfangsteils. Der AGC-Wert kann als zusätzlicher Hinweis auf die anliegende Signalstärke dienen. |
| APSK Amplitude and Phase Shift Keying |
Digitales Modulationsverfahren, z. B. 16APSK oder 32APSK, das unter anderem bei DVB-S2 und DVB-S2X eingesetzt wird. |
| Antennepegel / Level | Stärke des empfangenen Signals. Bei TV- und SAT-Messungen wird der Pegel häufig in dBµV angezeigt. |
| Azimut | Horizontaler Ausrichtungswinkel einer Satellitenantenne. Er gibt die Richtung des Satelliten bezogen auf Norden an. |
| BER Bit Error Rate |
Bitfehlerquote des digitalen Signals. Je niedriger der BER-Wert, desto weniger Übertragungsfehler sind vorhanden. |
| Blind Scan | Automatische Suche nach verfügbaren Transpondern, ohne dass deren Frequenzen und Symbolraten vorher bekannt sein müssen. |
| C/N Carrier-to-Noise Ratio |
Verhältnis zwischen Nutzsignal und Rauschen. Ein höherer Wert bedeutet in der Regel eine größere Empfangsreserve. |
| Carrier / Träger | Hochfrequentes Signal, auf das die zu übertragenden digitalen Informationen aufmoduliert werden. |
| CCM Constant Coding and Modulation |
Übertragungsart mit fest eingestellter Modulation und Fehlerkorrektur während der Übertragung. |
| COFDM | Mehrträger-Modulationsverfahren, das vor allem beim terrestrischen Digitalfernsehen DVB-T und DVB-T2 eingesetzt wird. |
| Constellation / Konstellationsdiagramm | Grafische Darstellung der Modulationspunkte eines digitalen Signals. Abweichungen oder Streuungen können auf Signalstörungen hinweisen. |
| dB Dezibel |
Logarithmische Einheit zur Angabe eines Verhältnisses, beispielsweise für Verstärkung oder Dämpfung. |
| dBm | Absolute Leistungsangabe bezogen auf 1 Milliwatt. Wird häufig in der Hochfrequenz- und Funkmesstechnik verwendet. |
| dBµV | Pegelangabe bezogen auf 1 Mikrovolt. Eine gebräuchliche Einheit für Signalpegel in Antennen-, Kabel- und Satellitenanlagen. |
| dCSS Digital Channel Stacking Switch |
Digitale Einkabeltechnik für die Verteilung mehrerer Satellitensignale über eine gemeinsame Leitung, insbesondere im Zusammenhang mit EN 50607. |
| Dämpfung | Verringerung eines Signalpegels, beispielsweise durch Kabel, Verteiler, Stecker oder andere Komponenten. Angegeben in dB. |
| DiSEqC Digital Satellite Equipment Control |
Steuerprotokoll für Satellitenanlagen, z. B. zur Auswahl verschiedener LNBs, Satellitenpositionen, Multischalter oder Motoren. |
| DiSEqC 1.0 | Ermöglicht die Umschaltung zwischen bis zu vier Satellitenpositionen bzw. Eingängen. |
| DiSEqC 1.1 | Erweiterung von DiSEqC für komplexere Anlagen mit einer größeren Anzahl schaltbarer Eingänge. |
| DiSEqC 1.2 | DiSEqC-Version zur Steuerung motorisierter Satellitenantennen. |
| DVB-C | Digitaler Übertragungsstandard für Fernsehen und Radio über Kabelnetze. |
| DVB-C2 | Weiterentwickelter Standard für digitale Kabelübertragung mit höherer Übertragungseffizienz. |
| DVB-S | Standard für die digitale Übertragung von Fernseh- und Radioprogrammen über Satellit. |
| DVB-S2 | Weiterentwicklung von DVB-S mit höherer Übertragungseffizienz und erweiterten Modulationsverfahren. |
| DVB-S2X | Erweiterung von DVB-S2 mit zusätzlichen Modulationsarten und Übertragungsparametern für besonders effiziente Satellitenübertragungen. |
| DVB-T | Standard für die digitale terrestrische Übertragung von Fernsehprogrammen über Antenne. |
| DVB-T2 | Weiterentwickelter Standard für digitales Antennenfernsehen mit höherer Übertragungskapazität und Effizienz. |
| EIRP Equivalent Isotropically Radiated Power |
Maß für die effektive abgestrahlte Leistung eines Satelliten oder Senders. Bei Satelliten-Footprints wird sie häufig in dBW angegeben. |
| Elevation | Vertikaler Winkel, in dem eine Satellitenantenne nach oben zum Satelliten ausgerichtet wird. |
| EN 50494 | Norm für Satelliten-Einkabelsysteme. Häufig auch als Unicable, SCR oder Unicable I bezeichnet. |
| EN 50607 | Erweiterter Standard für Satelliten-Einkabelsysteme mit mehr User-Bändern. Häufig als JESS oder Unicable II bezeichnet. |
| EPG Electronic Program Guide |
Elektronische Programmzeitschrift mit Informationen zu aktuellen und kommenden TV- und Radiosendungen. |
| EVM Error Vector Magnitude |
Maß für die Abweichung eines empfangenen Modulationssignals vom idealen Signal. Kleinere Werte bedeuten eine bessere Modulationsqualität. |
| FEC Forward Error Correction |
Fehlerkorrekturverfahren der digitalen Übertragung. Die Angabe beschreibt unter anderem das Verhältnis von Nutzdaten zu übertragenen Gesamtdaten. |
| FFT Fast Fourier Transform |
Mathematisches Verfahren zur Analyse eines Signals im Frequenzbereich. Bei DVB-T/T2 auch Bestandteil der OFDM-Signalstruktur. |
| Frequenz | Gibt an, wie oft sich ein periodisches Signal pro Sekunde wiederholt. Angegeben in Hz, kHz, MHz oder GHz. |
| Frequenzbereich | Bereich zwischen der niedrigsten und höchsten Frequenz, den ein Messgerät oder eine Empfangsanlage verarbeiten kann. |
| Guard Interval / GI | Schutzintervall bei OFDM-Signalen. Es reduziert Störungen durch Laufzeitunterschiede und Mehrwegeempfang. |
| Highband | Oberer Frequenzbereich eines Universal-LNBs. Die Umschaltung vom Lowband erfolgt üblicherweise mit einem 22-kHz-Signal. |
| HH Horizontal High |
Horizontale Polarisation im Highband eines Satellitensystems. |
| HL Horizontal Low |
Horizontale Polarisation im Lowband eines Satellitensystems. |
| H / Horizontal | Horizontale Polarisation eines Satellitensignals. Bei Universal-LNBs wird sie üblicherweise mit 18 V Versorgungsspannung ausgewählt. |
| IF / ZF Intermediate Frequency / Zwischenfrequenz |
Frequenzbereich, in den das LNB die hohen Satellitenfrequenzen für die Übertragung über Koaxialkabel umsetzt. |
| ISI Input Stream Identifier |
Kennung eines einzelnen Datenstroms innerhalb einer DVB-S2-Multistream-Übertragung. |
| JESS | Bezeichnung für ein erweitertes Satelliten-Einkabelsystem nach EN 50607. Wird häufig auch als Unicable II bezeichnet. |
| Kanal | Definierter Frequenzbereich, der für die Übertragung eines oder mehrerer Programme oder Dienste genutzt wird. |
| Kanalbandbreite | Frequenzbreite eines Übertragungskanals, beispielsweise 7 oder 8 MHz bei terrestrischen TV-Signalen. |
| Lock | Zustand, in dem das Messgerät ein digitales Signal erkannt und sich erfolgreich darauf synchronisiert hat. |
| LOF Local Oscillator Frequency |
Lokaloszillatorfrequenz des LNB. Sie wird benötigt, um die empfangene Satellitenfrequenz in die Zwischenfrequenz umzusetzen. |
| Lowband | Unterer Frequenzbereich eines Universal-LNBs. Er wird normalerweise ohne 22-kHz-Steuersignal ausgewählt. |
| LNB Low Noise Block Converter |
Empfangseinheit an der Satellitenantenne. Sie verstärkt das Satellitensignal und setzt es auf eine niedrigere Frequenz für die Kabelübertragung um. |
| LNB-Spannung | Versorgungsspannung, die über das Koaxialkabel vom Receiver oder Messgerät zum LNB übertragen wird. |
| MER Modulation Error Ratio |
Qualitätsmaß eines digital modulierten Signals. Je höher der MER-Wert, desto sauberer und störungsfreier ist die Modulation. |
| MIS Multi Input Stream |
DVB-S2-Verfahren, bei dem mehrere voneinander unabhängige Datenströme innerhalb eines Übertragungssignals übertragen werden können. |
| Modulation | Verfahren, mit dem digitale Informationen auf ein Trägersignal übertragen werden, beispielsweise QPSK, 8PSK oder QAM. |
| Multischalter | Verteiler in Satellitenanlagen, der Signale verschiedener Empfangsebenen auf mehrere Teilnehmeranschlüsse verteilt. |
| NIT Network Information Table |
Datentabelle eines DVB-Signals mit Informationen über das Übertragungsnetz und verfügbare Transportströme. |
| Noise Floor / Rauschboden | Grundniveau des vorhandenen Rauschens innerhalb eines Frequenzbereichs. Signale müssen sich ausreichend vom Rauschboden abheben. |
| OFDM Orthogonal Frequency Division Multiplexing |
Modulationsverfahren mit vielen einzelnen Trägern. Es wird unter anderem bei DVB-T und DVB-T2 eingesetzt. |
| PAT Program Association Table |
Tabelle innerhalb eines DVB-Transportstroms, die auf die Programminformationen der enthaltenen Dienste verweist. |
| PCR Program Clock Reference |
Zeitreferenz innerhalb eines digitalen Transportstroms zur Synchronisation von Audio, Video und Decoder. |
| PER Packet Error Rate |
Anteil fehlerhafter Datenpakete eines digitalen Signals. Niedrige Werte stehen für eine zuverlässige Übertragung. |
| PID Packet Identifier |
Kennung einzelner Datenströme innerhalb eines DVB-Transportstroms, beispielsweise für Video, Audio oder Programminformationen. |
| Pilot | Zusätzliche Referenzinformation in bestimmten DVB-S2-Signalen, die dem Empfänger die Synchronisation erleichtern kann. |
| PLP Physical Layer Pipe |
Separater Datenstrom innerhalb eines DVB-T2-Signals. Ein Multiplex kann mehrere PLPs mit unterschiedlichen Eigenschaften enthalten. |
| PLS Physical Layer Scrambling |
Verfahren bei DVB-S2/S2X zur Kennzeichnung bzw. Verarbeitung bestimmter Übertragungssignale. Relevant unter anderem bei speziellen Multistream-Übertragungen. |
| PMT Program Map Table |
Tabelle im DVB-Transportstrom, die angibt, welche Video-, Audio- und weiteren Datenströme zu einem Programm gehören. |
| Polarisation | Ausrichtung der elektromagnetischen Welle. Bei Satellitenempfang wird meist zwischen horizontaler und vertikaler Polarisation unterschieden. |
| Post-BER | Bitfehlerquote nach der Fehlerkorrektur. Sie zeigt, wie viele Fehler nach der Korrektur noch im Datenstrom vorhanden sind. |
| Pre-BER | Bitfehlerquote vor der vollständigen Fehlerkorrektur. Sie ermöglicht eine Beurteilung der ursprünglichen Signalqualität. |
| QAM Quadrature Amplitude Modulation |
Digitales Modulationsverfahren, das insbesondere in Kabelnetzen eingesetzt wird, beispielsweise 64QAM oder 256QAM. |
| QPSK Quadrature Phase Shift Keying |
Robustes digitales Modulationsverfahren, das unter anderem bei DVB-S und DVB-S2 eingesetzt wird. |
| 8PSK | Digitales Phasenmodulationsverfahren mit höherer Datenkapazität als QPSK. Es wird häufig bei DVB-S2 eingesetzt. |
| Quattro-LNB | LNB mit vier festen Ausgängen für VL, HL, VH und HH. Es wird normalerweise zusammen mit einem Multischalter verwendet. |
| Quad-LNB | LNB mit integriertem Umschalter und mehreren direkt nutzbaren Teilnehmerausgängen. |
| RF Radio Frequency |
Allgemeine Bezeichnung für Hochfrequenzsignale, die zur drahtlosen oder kabelgebundenen Übertragung verwendet werden. |
| Roll-off | Parameter eines digitalen Übertragungssignals, der beeinflusst, wie viel Frequenzband ein moduliertes Signal benötigt. |
| Rauschabstand | Abstand zwischen Nutzsignal und Rauschen. Ein größerer Abstand bedeutet normalerweise eine höhere Empfangssicherheit. |
| Rückflussdämpfung / Return Loss | Maß für die Anpassung einer Leitung oder Komponente. Ein hoher Wert bedeutet, dass nur wenig Signal zurückreflektiert wird. |
| SCR Satellite Channel Router |
Technik zur Verteilung mehrerer Satellitensignale über eine gemeinsame Koaxialleitung. Bestandteil von Unicable-Systemen. |
| SDT Service Description Table |
DVB-Tabelle mit Informationen über die übertragenen TV- und Radiodienste, beispielsweise Sendernamen. |
| Signalqualität / Quality | Vom Messgerät ermittelter Qualitätswert des empfangenen Signals. Die genaue Berechnung kann je nach Gerät unterschiedlich sein. |
| Signalstärke / Strength | Anzeige für die Stärke des empfangenen Signals. Prozentanzeigen sind meist gerätespezifisch und keine normierte physikalische Messgröße. |
| Skew / Tilt | Drehwinkel des LNB zur Anpassung an die Polarisation des Satellitensignals am jeweiligen Empfangsort. |
| SNR Signal-to-Noise Ratio |
Verhältnis zwischen Nutzsignal und Rauschen. Ein höherer Wert bedeutet normalerweise eine bessere Signalqualität. |
| Spektrum | Grafische Darstellung der Signalpegel über einen Frequenzbereich. Damit lassen sich Transponder, Störungen und Pegelunterschiede erkennen. |
| Span | Frequenzbereich, der bei einer Spektrumanzeige gleichzeitig dargestellt wird. |
| SR / Symbolrate | Anzahl der übertragenen Symbole pro Sekunde. Die Symbolrate ist ein wichtiger Parameter zum Empfang eines digitalen Transponders. |
| TS Transport Stream |
Digitaler Datenstrom, der mehrere Video-, Audio- und Zusatzdienste gemeinsam übertragen kann. |
| TS-Analyse | Analyse der Inhalte und Struktur eines digitalen Transportstroms, beispielsweise Programme, PIDs und Signalisierungsdaten. |
| TSID Transport Stream Identifier |
Eindeutige Kennung eines DVB-Transportstroms innerhalb eines Übertragungsnetzes. |
| Transponder | Übertragungskanal eines Satelliten. Ein Transponder kann mehrere TV-, Radio- und Datendienste gleichzeitig übertragen. |
| Transponderkontrolle | Funktion zur schnellen Kontrolle ausgewählter oder automatisch geprüfter Transponder und Empfangsebenen anhand ihrer Signalwerte. |
| Unicable | Satelliten-Einkabeltechnik, bei der mehrere Teilnehmer über eine gemeinsame Koaxialleitung versorgt werden können. |
| Unicable I | Bezeichnung für Einkabelsysteme nach EN 50494. |
| Unicable II | Erweiterte Einkabeltechnik nach EN 50607 mit einer größeren Anzahl verfügbarer User-Bänder. |
| USALS | Steuerverfahren für motorisierte Satellitenantennen, bei dem die Motorposition anhand der geografischen Position berechnet wird. |
| User Band / UB | Fest zugewiesene Übertragungsfrequenz eines Teilnehmers innerhalb eines Unicable-Systems. |
| V / Vertikal | Vertikale Polarisation eines Satellitensignals. Bei Universal-LNBs wird sie üblicherweise mit 13 V Versorgungsspannung ausgewählt. |
| VCM Variable Coding and Modulation |
Übertragungsverfahren, bei dem verschiedene Datenströme mit unterschiedlichen Modulations- und Fehlerkorrekturparametern übertragen werden können. |
| VH Vertical High |
Vertikale Polarisation im Highband eines Satellitensystems. |
| VL Vertical Low |
Vertikale Polarisation im Lowband eines Satellitensystems. |
| ZF Zwischenfrequenz |
Vom LNB erzeugter niedrigerer Frequenzbereich, über den Satellitensignale durch das Koaxialkabel zum Receiver oder Messgerät gelangen. |

